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Geschichte

Anfänge
Im Hinblick auf die Einführung der obligatorischen Schiesspflicht im Jahre 1879 wurde die Gründung eines Vereins beschlossen. Damals bestand zwar in Walchwil schon ein Schützenverein, doch Meinungsverschiedenheiten unter den Mitgliedern, bewirkte eine Neugründung. Die erste protokollarisch erwähnte Versammlung fand am 1. Juni des Jahres 1879 statt. Eine Kommission erhielt den Auftrag, Statuten auszuarbeiten. Auf dem Programm standen Schiessübungen der Militärpflichtigen, freiwillige Schiessübungen und theoretische und praktische Schiessübungen ausser Dienst.

Vereinsgeschichte
Die eigentliche Gründungsversammlung des neuen Militärschiessverein Walchwil am 18. Juni 1879 im "Sternen" wurde von 50 Beitrittswilligen besucht. Ein Vorstand wurde gewählt und die Statuten genehmigt. Von den Anwesenden wurde eine Eintrittsgebühr von Fr. 1.50 eingezogen.

Schon im ersten Jahr entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Neun Schiessübungen, ein Kirchweihschiessen kennzeichneten es, und die "Leistungen seien ziemlich befriedigend ausgefallen", hiess es. Die Ausmärsche des Vereins wurden stets in Begleitung des Musikvereins durchgeführt. Beim ersten Ausmarsch nach Oberägeri mit Abmarsch vom "Sternen" um halb sieben morgens übernahm noch die Vereinskasse die Unkosten. Doch bereits ein Jahr später sollten der titulierte Kirchenrat für die Munition und der titulierte Einwohnerrat für die Musik bei Ausmärschen aufkommen.

Eine Einladung zum Eintritt in den damaligen kantonalen Feldschützenverband wurde abgelehnt. Einige Jahre lang wurden die Schiessübungen bei der "Grafstatt" durchgeführt. Da 1884 der Bau der Gotthardbahn in Aussicht stand, hätten die Schiessdistanzen geändert werden müssen. Darum verlangte der Militärschiessverein eine Entschädigung bei der Gotthardbahn. Doch konnte nach Unterhandlungen mit Landbesitzern im Rebmattli eine Einigung erzelt werden. 1891 mussten vorübergehend die Schiessplätze geschlossen werden wegen des Baues der Eisenbahnlinie.

Nun folgten einige Jahre, in denen nach einer befriedigenden Lösung für ein Schützenhaus gesucht wurde. 1914 konnte von einem erfolgreichen Abschluss der Vorarbeiten berichtet werden. Jedoch im gleichen Jahr begann der Erste Weltkrieg. Das Schiesswesen ruhte grösstenteils. Erst 1921 konnte zu einem Standeröffnungsschiessen eingeladen werden. Die Gesamtkosten für die neue Schiessanlage "Büel" betrugen Fr. 15'000.-. Beide Walchwiler Schiessvereine hatten je Fr. 2'000.- aufzubringen. Die weiteren Baukosten mussten durch den Verkauf von Anteilsscheinen aufgebracht werden.

Irgendwie schien die verhärtete Beziehung zur Schützengesellschaft im Jahre 1931 eine Aufweichung erfahren zu haben. Sie lud den Militärschiessverein zu ihrer Fahnenweihe ein, und mit einer Fahnendelegation wurde der Einladung Folge geleistet. Am 10. Januar 1945 wurde anlässlich einer Sitzung über den eventuellen Beitritt in den Zuger Kantonal-Schützenverband beraten. Zwei Jahre später verhandelte der Vorstand mit der Verbandsspitze. Vor allem die Doppelmitgliedschaft vieler Walchwiler Schützen bildete einen Dorn im Auge des Verbandspräsidenten Zehnder. In den fünfziger Jahren stand die Fusion mit der Schützengesellschaft oftmals auf der Traktandenliste. Die Mitglieder des Militärschiessvereins waren mit der Zusammenlegung zwar einverstanden, doch sollte der gemeinsame Verein auch einen neuen und neutralen Namen erhalten, und hier schieden sich die Geister.

Zum 100. Geburtstag wurde 1979 ein in allen Teilen sehr gut gelungenes Jubiläumsschiessen organisiert. Weit über 1000 Schützinnen und Schützen erwiesen dem jubilierenden Verein die Ehre.

In den 80er/90er Jahren musste man sich mit der Erneuerung der Schiessanlage befassen. Eine Sanierung wurde eingeleitet. Die Gemeinde sicherte einen Kredit zu, und die Schützen legten in unzähligen Fonstunden Hand an. Die Scheibenzahl erfuhr eine Verringerung auf sechs Scheiben, wobei der freiwerdende Teil des Schützenhauses zu einer gemütlichen Schützenstube umgestaltet wurde.

Im Juni 2003 musste dann der Schiessbetrieb im Büel infolge der neuen Lärmschutzgesetze aufgegeben werden und dies wurde mit einem Endefeuer gebührend zelebriert. Seit Beginn der Schiesssaison 2004 ist der MSV Walchwil im Schiessstand Choller in Zug anzutreffen, wo die Walchwiler Schützen von den anderen Vereinen freundlich aufgenommen wurden. In den Jahren 2004 / 2005 wurde der komplette Vereinsvorstand durch fünf Jungschützen (19/20-jährig) abgelöst, welche sich dann mit der neuen Situation auseinander zu setzen hatten. Seit der Einstellung des Schiessbetriebes auf 300m, wurde im Büel die 10m-Luftgewehr-Anlage fest installiert und diese kann zum trainieren verwendet werden. Nebenbei dient das Schützenhaus wie bis anhin als Vereinslokal für den MSV Walchwil.

Besonderes
Auf Antrag von Landjäger Hürlimann wurde 1879 beschlossen, jährlich ein Gedächtnis für die verstorbenen Mitglieder durchzuführen, wobei vor dem Gottesdienst ein Appell stattfinden sollte. Das Fernbleiben wurde mit 50 Rappen Busse geahndet. Im Jahre 1896 wurde der Betrag auf einen Franken erhöht. Die Tradition dieses Gedächtnisgottesdienstes hat auch heute noch Bestand, hingegen wurden der Appell und die Busse vor einigen Jahren abgeschafft.